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Durchbruch bei Glücksspielgesetz in Österreich: Illegale Online Casinos können sich freikaufen

Timm Schaffner Timm Schaffner

Nachdem die Pläne zur Beendigung des Glücksspielmonopols in Österreich schon lange Fahrt aufgenommen haben, konnte die österreichische Regierungskoalition nun vermelden, dass die Details des neuen Glücksspielgesetzes ausverhandelt seien.

Wir werfen einen Blick auf die Regeln, die in Österreich bald gelten werden und was die Anbieter beachten müssen, um eine Lizenz zu erhalten. Die Auflagen erinnern in vielen Punkten daran, was auch für legale Online Spielotheken in Deutschland gilt.

Spannender Fakt: Bisher in Österreich illegale Anbieter können sich gewissermaßen freikaufen, wenn sie ab 01. Januar 2027 bis zur Lizenzvergabe nicht negativ auffallen.

Neuregulierung des Online-Glücksspiel und Modernisierung des Spielerschutzes

ÖVP, SPÖ und NEOS haben sich auf die nach eigenen Angaben größte Reform des Glücksspielgesetzes seit 26 Jahren geeinigt. Der Entwurf ging am Montag, den 29. Juni 2026, in Begutachtung und soll im Juli den Ministerrat passieren. Ein finaler Beschluss im Nationalrat ist für Herbst geplant.

Kernstück ist die Abschaffung des bisherigen Online-Monopols von Win2Day, sodass weitere Anbieter eine Lizenz beantragen dürfen, die zunächst für fünf Jahre gelten soll. Um eine solche Lizenz zu erhalten, müssen jedoch strenge Spielerschutzmaßnahmen umgesetzt werden.

Diese 5 Punkte sind in Bezug auf den Spielerschutz besonders wichtig:

  • Anbindung ans Sperrregister: Ein zentrales, betreiber- und spielartübergreifendes Sperrregister (ähnlich wie OASIS in Deutschland) erfasst künftig alle vom Glücksspiel ausgeschlossenen Personen über stationäre Automaten und Casinos sowie Online-Glücksspiel hinweg. Das Lotto-Spiel ist davon ausgenommen.
  • Gesetzliche Einzahlungslimits: Für 18- bis 26-Jährige sind 250 Euro pro Woche vorgesehen, ab 26 Jahren 1.680 Euro pro Monat. Ein zentrales Limit-Register (so wie LUGAS in Deutschland) soll die Einhaltung anbieterübergreifend überwachen.
  • 5 Euro Einsatzlimit: Bei Glücksspielautomaten und Online-Slots wird das bisherige Einsatzlimit von 10 auf 5 Euro halbiert und die Spielgeschwindigkeit auf maximal einen Spin pro zwei Sekunden begrenzt. Nach 90 Minuten Spieldauer ist eine verpflichtende Pause mit Aufklärungsvideos vorgesehen.
  • Schutz vor impulsivem Verhalten: Sich selbst gesetzte Limits können nur nach einer Wartefrist von 72 Stunden erhöht werden, um impulsives Verhalten einzudämmen.
  • Engmaschige Betrugsbekämpfung: Mittels Payment-Blocking können Banken zur Sperre von Zahlungen an illegale Anbieter verpflichtet werden. Es drohen Strafen bis zu 1 Million Euro bei Verstößen. Zusätzlich sind Netzsperren über Cloud-Anbieter und Suchmaschinen sowie behördliche Tests vorgesehen.

Begleichung von Spielerschutzklagen und Cooling-off-Phase gefordert

Wer eine Online-Konzession in Österreich erhalten möchte, muss zunächst alle offenen Abgabenschulden beim Staat sowie sämtliche unbeglichenen Ansprüche aus Spielerschutzklagen bereinigen. Von dieser Regelung sollen laut Aussendung rund 20.000 geschädigte Spieler profitieren, die in den letzten Jahren bei illegalen Anbietern Geld verloren haben.

Alle Anbieter, die bisher ohne österreichische Lizenz am Markt aktiv waren, müssen ab 1. Januar 2027 ihr illegales Online-Angebot zunächst einstellen. Bis zum 30. September 2027 läuft noch die alte Konzession für Casinos Austria. Erst danach sind Lizenzvergaben möglich.

Wer sich nicht an die Pause hält, riskiert eine 18-monatige Sperrfrist für die Konzessionserteilung. Mit diesem Trick erhofft die österreichische Regierung, dem aktuell noch illegalen Online-Glücksspiel den Stecker zu ziehen, die Spieler zu entschädigen und gleichzeitig den Rahmen für eine neue Zukunft des regulierten Marktes zu schaffen.