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ADI Predictstreet sperrt deutsche User aus, aber Website bleibt erreichbar

Timm Schaffner Timm Schaffner

Bereits zum Start der WM 2026 war die Gemeinsame Glücksspielbehörde der Länder (GGL) darauf aufmerksam geworden, dass in den Stadien Bandenwerbung für den Glücksspiel-Anbieter ADI Predictstreet zu sehen ist.

Da die Website, die sich selbst als Prognosemarkt bezeichnet, nach Auffassung der GGL in Deutschland nicht legal operieren kann, hatte die Behörde Maßnahmen gefordert – mit einem Teilerfolg, wie die Tagesschau berichtet.

User aus Deutschland können sich inzwischen nicht mehr auf ADI Predictstreet registrieren oder gar Wetten abgeben. Die Seite bleibt jedoch (vorerst) erreichbar, was noch für Unmut bei der GGL sorgen könnte.

GEO-Sperre für deutsche Spieler als Kompromiss

Weil sich die Werbebanden von ADI Predictstreet physisch im Stadion befinden, ist es nicht möglich, die Ausspielung im TV-Bild zu verändern, wie es bei digitalen Werbebanden inzwischen umsetzbar ist.

Aufgrund der Kritik der GGL scheinen sich die Verantwortlichen bei ADI Predictstreet nun aber dazu entschieden zu haben, Usern aus Deutschland keine Möglichkeit zu geben, Wetten abzuschließen.

Allerdings: Die Website bleibt erreichbar und theoretisch könnte die Sperre mit einem VPN umgangen werden. Es bleibt abzuwarten, ob sich die GGL mit diesem Kompromiss zufriedengibt.

Wie geht das Geschäft mit den Prognosemärkten weiter?

ADI Predictstreet ist erst kurz vor der WM 2026 auf den Trend der Prognosemärkte aufgesprungen. Anders als die Plattformen Polymarket (gegründet in 2020) und Kalshi (gegründet in 2021), die ebenfalls in Deutschland und weiteren Ländern in der Kritik stehen, ist die Plattform noch brandneu und wurde erst einige Wochen vor dem WM-Start live gestellt.

Geht es nach der GGL und weiteren Experten für Glücksspiel, sollen derartige Plattformen in Deutschland keinen Fuß fassen können. Das Angebot sei nach Ansicht der GGL nicht regulierungsfähig, zumal bei den Prognoseplattformen typischerweise mit Kryptowährungen eingezahlt werden kann, was der Glücksspielstaatsvertrag generell verbietet.

Für Spieler aus Deutschland gilt, dass derartige Angebote nicht (auch nicht über technische Umwege) genutzt werden sollten. Es gibt viele legale Online Spielotheken und Sportwetten-Anbieter, die von der GGL geprüft und lizenziert sind. Das Ausweichen auf illegale Prognosemärkte birgt große Risiken, denen sich viele Spieler nicht bewusst sein könnten.