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Pfandlotterie im Supermarkt: Warum wird das Vorhaben kritisiert?

Timm Schaffner Timm Schaffner

In Teilen von Schleswig-Holstein kann man an der sogenannten Pfandlotterie teilnehmen. Statt sich das Geld für die Rückgabe des Pfands auszuzahlen, erhält man ein Los, um auf einen großen Gewinn von bis zu 100.000 Euro zu hoffen.

FDP-Chef Wolfgang Kubicki möchte das regionale Konzept jetzt bundesweit ausrollen. Dass er Geschäftsführer und Anteilseigner der im Hintergrund agierenden Firma ist, stellt nur einen von diversen Kritikpunkten dar.

Die Idee hinter der Pfandlotterie

Wer im Supermarkt eine Pfandflasche zurückgibt, soll künftig bundesweit per Knopfdruck am Automaten entscheiden können, ob er das Geld zurückerhalten oder ein Lotterielos ziehen möchte. Bereits seit 2011 gibt es die Pfandlotterie in Schleswig-Holsten, allerdings nur in ausgewählten Märkten und eben mit der regionalen Begrenzung.

Das Konzept kommt ursprünglich aus Norwegen und wurde von Kubicki nach Schleswig-Holstein gebracht. Gemeinsam mit dem damaligen CDU-Ministerpräsident Peter Harry Carstensen öffnete er den Glücksspielmarkt in Schleswig-Holstein für private Anbieter und beschritt einen Sonderweg, der auch das Online-Geschäft prägen sollte.

Die Geschichte der Pfandlotterie ist also eng mit dem Aufstieg vieler heute namhafter und lizenzierter Online Spielotheken in Deutschland verknüpft. Denn hätte Kubicki sich nicht seinerzeit für eine Legalisierung des Glücksspiels in Schleswig-Holstein stark gemacht, hätte es den aktuell gültigen Glücksspielstaatsvertrag vielleicht nie gegeben.

Kritik am Glücksspiel im Supermarkt

Anders als Kubicki sehen Experten in der Pfandlotterie kein harmloses Glücksspiel, sondern ein Risiko. Die Einbettung von Glücksspiel in den Alltag könnte für spielsüchtige Menschen zum Problem werden. Ob ein Ausschluss über OASIS erfolgen könnte, ist noch unklar.

Ebenso wird kritisiert, dass der Jugendschutz nicht ausreichend gegeben sein könnte. Ohne Altersverifikationen an Pfandautomaten dürfte die Lotterie eigentlich nicht angeboten werden.

Die großen Handelsketten, darunter Aldi, Edeka und Rewe bestätigen bisher keine Gespräche mit der Deutsche Pfandlotterie gGmbH. Die GGL soll ebenfalls noch nicht über den Antrag entschieden haben.