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Lootboxen als Gefahr: Sollten Videospiele bei der GGL lizenziert werden müssen?

Timm Schaffner Timm Schaffner

Eine neue kanadische Studie bringt Lootbox-Käufer mit einer ganzen Reihe psychischer Belastungen in Verbindung und heizt damit die Debatte zur Regulierung weiter an. Forscher um Hyoun S. Kim von der Toronto Metropolitan University befragten 3.709 Erwachsene, die sowohl glücksspielten als auch Videospiele spielten.

Ihr Befund: Wer Lootboxen kauft, berichtet deutlich häufiger von Depressionen, Angstzuständen, Substanzkonsumstörungen und problematischem Glücksspiel als Nicht-Käufer. Damit reiht sich die Studie in eine wachsende Zahl von Arbeiten ein, die einen Zusammenhang zwischen Lootboxen und Glücksspielverhalten nahelegen.

Und das wirft eine Frage auf, die auch in Deutschland immer lauter gestellt wird: Sollten Videospiele mit Lootboxen künftig eine Lizenz der Gemeinsamen Glücksspielbehörde der Länder (GGL) benötigen?

Die Behörde ist bereits involviert

Die GGL in Halle (Saale) ist seit 2023 zuständig für die Erteilung von Lizenzen an Anbieter von Online-Glücksspielen, Sportwetten, virtuellen Automatenspielen und Online-Poker. Lootboxen fallen bisher jedoch nicht darunter.

Doch die GGL unterstützt bereits aktiv Appelle für eine wirksame Regulierung von Lootboxen im Sinne des Kinder- und Jugendschutzes und koordiniert die rechtliche Bewertung, ob Lootboxen als Glücksspiel einzuordnen sind.

Pro: Schutz vor früher Gewöhnung an Glücksspiele

Befürworter sehen strukturelle Parallelen zu Glücksspiel, weil eine Zufallsbelohnung gegen Echtgeld-Einsatz erfolgt und fordern deshalb GGL-Standards. Dazu zählen Alterskontrollen, Einzahlungslimits und die Anbindung an OASIS. An diese Regeln müssen sich auch alle legalen Online Spielotheken in Deutschland halten.

Besonders der Jugendschutz treibt dabei die Debatte voran. Kinder kommen über beliebte Spiele früh mit Glücksspielmechaniken in Kontakt, ohne von den vorgeschriebenen Schutzmechanismen des Glücksspielrechts zu profitieren. Die inzwischen europaweite Alterseinstufung von Lootbox-Spielen ab 16 gilt vielen als überfälliger erster Schritt, dem aus Sicht vieler Experten eine noch schärfere Regulierung folgen müsste.

Contra: Kein Echtgeld-Gewinn, kein echtes Glücksspiel?

Gegner verweisen darauf, dass Lootboxen keine Echtgeld-Gewinne ermöglichen, was nach deutschem Recht ein zentrales Kriterium für die Glücksspieldefinition ist. Eine Lizenzpflicht würde zudem hohe Bürokratiekosten verursachen, die kleinere Studios besonders hart träfen.

Auch die Wirksamkeit wird bezweifelt: Graue Sekundärmärkte und Skin-Betting-Plattformen, auf denen Items real gehandelt werden, liegen ohnehin oft außerhalb der Reichweite einer nationalen Aufsicht. Wie im Glücksspiel könnte sich also ein Teil in den Schwarzmarkt verlagern.