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Bericht zeigt: OASIS-Sperre wird von manchen Anbietern ignoriert

Timm Schaffner Timm Schaffner

Ein aktueller rbb24-Bericht zeigt, dass das bundesweite Spielersperrsystem OASIS nicht überall konsequent durchgesetzt wird. Teilweise gibt es fadenscheinige Ausreden, weswegen das System gerade nicht funktionieren solle.

Der Fall fällt in eine Zeit, in dem der Glücksspielstaatsvertrag 2021 (GlüStV 2021) ohnehin auf dem Prüfstand steht. 2026 läuft seine erste umfassende Evaluierung.

Investigative Recherche mit erschreckendem Befund

Der Fachverband Glücksspielsucht e.V. hat in acht Bundesländern verdeckte Kontrollen durchgeführt. Testpersonen ließen sich dafür zuvor bewusst bei OASIS sperren und versuchten dann, in Spielhallen oder bei Wettanbietern zu spielen. Unter anderem an mehreren Berliner Standorten.

In einer Berliner Filiale sei keine Aufsichtsperson anwesend gewesen, sodass die Testperson ungehindert Wetten platzieren konnte. In einem anderen Bundesland habe eine Aufsichtsperson den Sperreintrag zwar erkannt, das Spielen aber trotzdem zugelassen.

Als Motive nennt die Verbandsvorsitzende Ilona Füchtenschnieder sowohl Gewinnorientierung mit vorgeschobenen Ausreden („Die Abfrage funktioniert heute nicht“) als auch schlichtes Unwissen über die Konsequenzen.

Gegen einen Berliner Anbieter erwirkte der Verband bereits eine Unterlassungsklage vor dem Landgericht Berlin. Bei künftigen Verstößen drohen bis zu 250.000 Euro Ordnungsgeld. Bundesweit haben laut Verband rund 15 Anbieter Unterlassungserklärungen abgegeben.

Warum OASIS existiert und wo es noch hakt

Das Sperrsystem OASIS ist seit 2021 für alle legalen Glücksspielangebote verbindlich. Anbieter müssen vor jeder Teilnahme in Echtzeit prüfen, ob eine Sperre vorliegt.

Eine solche Sperre kann sowohl von den Spielern selbst als auch von Dritten (z.B. Angehörigen oder Therapeuten) ausgesprochen werden.

Die Kontrolle über das ganze System liegt eigentlich bei den Ordnungsämtern, die laut Fachverband personell aber kaum hinterherkommen, weshalb der Verband selbst aktiv wurde.

Die Evaluierung des GlüStV bleibt spannend

Fünf Jahre nach Inkrafttreten muss der GlüStV 2021 bis Ende 2026 umfassend evaluiert werden. Geprüft werden u.a. der Spielerschutz und damit OASIS, das Umsatzkontrollsystem LUGAS sowie die Reichweite illegaler Anbieter.

Ein 2024 vorgelegter Zwischenbericht identifizierte bereits Nachbesserungsbedarf bei Vollzug und Kontrolle. Auch beim Wissen der Bevölkerung über Schutzinstrumente wie Einsatzlimits zeigt sich zwischen 2021 und 2023 sogar ein Rückgang.

Hinzu kommt ökonomischer Druck: Schätzungen zufolge laufen nur rund die Hälfte der Umsätze über lizenzierte Anbieter, während der Schwarzmarkt weiterhin Milliardenumsätze macht.