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Angebliches ALDI Casino wirbt mit Deepfake-Video für illegale Slots

Timm Schaffner Timm Schaffner

Die Bekanntheit des Discounters ALDI wurde in den letzten Wochen ausgenutzt, um Werbung für illegales Glücksspiel zu machen. Ein Social-Media-Werbespot hatte einige User misstrauisch gemacht und dazu veranlasst, sich bei dem Unternehmen zu melden.

Gegenüber der FAZ hätten ALDI Nord und ALDI Süd versichert, keine Verbindung zu der Aktion zu haben. Auch wenn es regelmäßig Gewinnspiele bei ALDI gebe, betreibe der Discounter keine legale Online Spielothek mit deutscher Lizenz und natürlich schon gar kein illegales Angebot.

Der Knackpunkt: Auch wenn Meta, die Firma hinter Facebook und Instagram, inzwischen Bescheid weiß, ist das Video immer noch abrufbar. Das könnte auch daran liegen, dass die Kriminellen immer wieder neue Werbeaccounts eröffnen.

Täuschend echter Deepfake-Werbespot

Der seit einiger Zeit auf verschiedenen Plattformen kursierende Werbespot zeigt (vermeintlich) einen jungen Mann, der in einem ALDI-Supermarkt steht und angeblich gerade einen hohen Gewinn beim Online-Glücksspiel erzielt hat.

Dann wird der Zuschauer mit abstrusen Bonusversprechen dazu animiert, sich bei dem scheinbar zu ALDI gehörenden Glücksspielanbieter zu registrieren. Im Video sind von 1.500 Euro Bonus und 200 Freispielen die Rede.

Auch wenn die Szene auf den ersten Blick glaubwürdig wirkt, kam vermutlich nicht einmal ein echter Schauspieler zum Einsatz. Stattdessen dürfte es sich um einen sogenannten Deepfake handeln, also ein 100 % KI-generiertes Video.

Verbraucherzentrale empfiehlt „gesundes Misstrauen“ gegenüber Social-Media-Werbung

Laut offizieller Aussage der Verbraucherzentrale NRW sei die Werbung mit Deepfake-Videos bereits eine zunehmende Herausforderung, auch wenn diese eher selten Bezug zum illegalen Glücksspiel hätte.

Eine systematische Lösung habe die Verbraucherzentrale nicht präsentiert, dafür aber für ein „gesundes Misstrauen gegenüber Werbung in sozialen Netzwerken“ geworben. Insbesondere gelte dies für Finanz- oder Glücksspielprodukte.

Nach Meinung der Verbraucherschützer müssten die Menschen hinsichtlich eines kritischen Medienkonsums aufgeklärt werden, denn verhindern lasse sich die Deepfake-Werbung kaum.