Mit dem Glücksspielstaatsvertrag 2021 wurden insbesondere Slots und Sportwetten im Internet auf eine rechtlich tragfähige Basis gestellt. Doch sowohl online als auch im stationären Bereich ist das illegale Angebot weiter ein Problem.
Sebastian Fiedler, der innenpolitische Sprecher der SPD-Bundestagsfraktion, hat unter anderem gegenüber dem SPIEGEL darauf aufmerksam gemacht, dass das Glücksspiel in Deutschland vor großen Herausforderungen stehe. Gleichzeitig schlägt auch die Branche Alarm, während die Gemeinsame Glücksspielbehörde der Länder (GGL) scheinbar andere Zahlen betrachtet.
Legaler Markt schrumpft, illegales Geschäft wächst
Die Zahlen sind alarmierend: In Deutschland gebe es derzeit rund 160.000 legale Spielautomaten, was einem Rückgang von 100.000 in den letzten 10 Jahren entspreche. Die Anzahl der illegal aufgestellten Geräte liege bei mindestens 60.000 Stück.
In diesem Zusammenhang mutet es kurios an, dass die GGL immer wieder betont, dass die Kanalisierung in den legalen Markt in Deutschland vorbildlich gelinge. Der Anteil an legalen Online Spielotheken und lizenzierten Buchmachern soll beispielsweise bei 77,03 % liegen. Experten bezweifeln dies jedoch und schätzen die Dunkelziffer auf über 50 % ein.
Dazu passen auch die Formulierungen der Vertreter aus der Branche: Manfred Stoffers von der Merkur Group verglich den Schwarzmarkt mit einer Krankheit, die in Deutschland grassiere. Das Unternehmen Löwen Entertainment erklärte sogar, das illegale Angebot fresse den legalen Markt regelrecht auf.
Höherer Verfolgsdruck als geeignetes Mittel?
Fiedler betonte, dass ein höherer Verfolgungsdruck mit spürbaren Sanktionen nötig sei, um das illegale Angebot zurückzudrängen. Dabei gehe es vor allen Dingen um den Schutz der Menschen, die bei illegalen Angeboten starken Schaden nehmen könnten.
Unterstützung bekommt er dabei von Hendrik Streeck (CDU). Der Bundessuchtbeauftragte weist darauf hin, dass in Deutschland bis zu 1,2 Millionen Menschen ein problematisches Spielverhalten aufweisen würden. Da unlizenzierte Angebote über keine gesetzlich vorgeschriebenen Schutzmaßnahmen verfügen würden, seien hier die Risiken sehr hoch.
Welche Maßnahmen genau umgesetzt werden sollen und wie sie sich von den Bemühungen der Vorjahre unterscheiden, lässt Fiedler jedoch offen. Da das illegale Glücksspiel auch oft eng mit der organisierten Kriminalität verbunden sei, scheinen harte Bandagen nötig zu sein, um Erfolge zu erzielen.


