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Bargeld-Obergrenze in der EU: Sinnvoll zur Bekämpfung von Geldwäsche im Glücksspiel?

Timm Schaffner Timm Schaffner

Innerhalb der EU gilt ab Mitte 2027 eine Obergrenze für Bargeld von 10.000 Euro pro Person. Kerstin Kosanke, Präsidentin des Deutscher Spielbankenverband e. V. (DSbV) sehe darin ein wirkungsvolles Mittel, um das Risiko für Geldwäsche in stationären Spielbanken einzudämmen, wie sie auf einer Geldwäsche-Tagung in Duisburg berichtet hat.

Geldwäscheprävention sei laut Kosanke „eine Frage der Glaubwürdigkeit“ für die Branche und müsse daher sehr ernst genommen werden. Umso erfreulicher sei es, dass nun auch EU-weite Regelungen dazu beitragen könnten, die Regeln in den Häusern zu verschärfen.

Online-Einzahlungslimits sind deutlich strenger

In lizenzierten Online Spielotheken in Deutschland gilt das sogenannte LUGAS-Limit. Erlaubt sind nur Einzahlungen von 1.000 Euro pro Person und Monat. Lediglich in absoluten Ausnahmefällen kann dieses Limit angehoben werden. Experten fordern seit längerer Zeit sogar, dass das Limit noch weiter reduziert werden müsste. Insbesondere um Spieler zu schützen, aber auch, um Geldwäsche noch schwieriger zu machen.

Abgesehen davon müssen die in Deutschland lizenzierten Online-Anbieter auch die Identität der Spieler genau überprüfen, um ungewöhnliches Einsatzverhalten im Zweifel auf die jeweilige Person zurückführen zu können. Die Schutzmaßnahmen im Kampf gegen Geldwäsche scheinen im lizenzierten Bereich also sehr gut zu funktionieren.

Anders dürfte dies auf dem Schwarzmarkt sein, dessen Anteil laut einer GGL-Studie bei mindestens bei 22,97 % liege. Hier gibt es oft keine Einsatzlimits, Einzahlungen können in Kryptowährungen vorgenommen werden und Spielerprofile werden kaum kontrolliert. Experten vermuten zudem, dass die Methodik der GGL regelmäßig den Schwarzmarkt-Anteil unterschätze. Was z.B. auf Krypto-Plattformen, wie der in Deutschland illegalen Wettseite Polymarket, passiert, scheint für die deutschen Behörden nur schwer nachvollziehbar zu sein.

Bekämpfung Geldwäsche im Glücksspiel erfordert härtere Bandagen

Die Bargeld-Obergrenze innerhalb EU kann als erster Schritt wahrgenommen werden, um Geldwäsche im stationären Glücksspiel zu erschweren. Allerdings haben andere Länder wie Griechenland (500 Euro) oder Frankreich (1.000 Euro) längst deutlich härtere Limits für Bargeldzahlungen umgesetzt.

Eines ist sicher: 10.000 Euro sind immer noch viel Geld. Stationäre Spielbanken müssen hellhörig werden, wenn derartig hohe Beträge von Einzelpersonen gesetzt werden möchten. Möchten der DSbV ein echtes Zeichen gegen Geldwäsche setzen, sollten sich die Einsatzlimits nicht an der Bargeld-Obergrenze der EU orientieren, die immer noch sehr hoch gegriffen scheint.