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Glücksspiel Survey 2025: Wie belastbar sind die neuen Zahlen?

Timm Schaffner Timm Schaffner

Der Glücksspiel-Survey 2025 ist eine Studie zum Glücksspielverhalten in Deutschland, die nach 2021 und 2023 zum dritten Mal durchgeführt wurde.

In 12.340 Interviews, die zwischen dem 4. August und dem 26. November 2025 stattfanden, wurden Personen der deutschsprachigen Wohnbevölkerung im Alter von 16 bis 70 Jahren zu ihrem Spielverhalten befragt.

Am 11. März 2026 wurden die Ergebnisse des Glücksspiel Survey 2025 vom Institut für interdisziplinäre Sucht- und Drogenforschung (ISD) gemeinsam mit dem Deutschen Lotto- und Totoblock (DLTB) auf einer Pressekonferenz in Berlin vorgestellt.

Die wichtigsten Erkenntnisse auf einen Blick:

  • Konstante Teilnahme am Glücksspiel: 36,4 Prozent (2023: 36,5 Prozent) der Befragten hätten in den vergangenen zwölf Monaten an mindestens einem Glücksspiel teilgenommen.
  • Leichter Rückgang von Problemspielern: 2,2 Prozent (2023: 2,4 Prozent) der Befragten würden nach DSM-5-Kriterien Symptome einer glücksspielbezogenen Störung aufweisen.
  • Schutzmaßnahmen sind anerkannt: Das Teilnahmeverbot für Minderjährige (91,9 %), Aufklärung über Suchtgefahren (88,5 %) und Werbebeschränkungen (78,3 %) fänden breite Zustimmung.

Offene Fragen zur Rolle des Schwarzmarkts im Glücksspiel

Laut Glücksspiel Survey 2025 habe der Bruttospielertrag im legalen Glücksspielmarkt im Jahr 2024 bei 14,4 Milliarden Euro gelegen. Es werde geschätzt, dass der Schwarzmarkt auf illegalen Internetseiten zusätzlich 500 bis 600 Millionen Euro ausmache. Branchenexperten halten dies für eine starke Unterschätzung.

Leider findet sich im Glücksspiel Survey 2025 keine genaue Unterscheidung zwischen dem Spielverhalten im legalen Markt und im Schwarzmarkt. So bleibt unter anderem die Wirksamkeit der Spielerschutzmaßnahmen, an die sich alle legalen Anbieter in Deutschland halten müssen, eine statistische Blackbox.

Kritik an Erhebungsdesign bleibt bestehen

Bis 2019 hat die Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung (BZgA) die Zahlen zum Glücksspiel in Deutschland geliefert. Durch die Veränderung des Erhebungsdesign hat sich insbesondere die Schätzung zum Anteil der Spieler mit problematischem Verhalten von 0,73 Prozent auf 2,3 Prozent (2021) mehr als verdreifacht. Experten, wie die Statistikerin Katharina Schüller, vermuten daher, dass die neue Methodik die Problemquote systematisch überschätze.

Die dritte Erhebungswelle des Glücksspiel Survey schafft zwar eine bessere Vergleichbarkeit innerhalb der eigenen Reihe, löst aber die grundlegenden Einwände gegen die Stichprobenkonstruktion nicht auf. Wer die Zahlen des Glücksspiel Survey 2025 zitiert, sollte das im Hinterkopf behalten.